Wer den Urlaub noch vor sich hat, sollte bei den
Vorbereitungen auch den Impfschutz kontrollieren. Bei Reisen in
bestimmte Gebiete mit Vorkommen von Infektionskrankheiten, vor denen
eine Impfung schützt, ist eine reisemedizinische Beratung vor der
Abreise zu empfehlen. Einige Länder verlangen für die Einreise auch
Impfungen wie etwa gegen Gelbfieber. Eine rechtzeitige Planung zur
Erlangung des Impfschutzes ist daher wichtig.

Basisimpfschutz für die meisten Länder sinnvoll
Grundsätzlich wird bei den Impfempfehlungen zwischen Nah- und
Fernreisen unterschieden. „Zu einem Basisimpfschutz unabhängig vom
Reiseziel kann aber immer geraten werden“, meint Waldemar Malinowski,
Leiter des Impfservice und reisemedizinische Beratung der MA 15.
“Impfungen gegen Hepatitis A+B, Keuchhusten, Diphtherie, Tetanus und
Kinderlähmung gelten in allen Urlaubsländern als grundsätzlich
empfohlene Impfungen.“

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis ist inÖsterreich und daneben auch
in Teilen unserer Nachbarstaaten (Deutschland, Tschechien, Slowakei,
Ungarn, Slowenien) sowie in den baltischen Staaten und in Russland
weit verbreitet. Die FSME-Impfung kann daher auch zu den
Reiseimpfungen gezählt werden. 
“Das Impfinteresse ist heuer besonders hoch“, freut sich Malinowski
und berichtet, dass sich gegenüber dem Vorjahr bereits rund 5.000
Personen mehr gegen FSME impfen ließen. So zählte in der letzten
Saison die FSME-Impfung mit rund 33.000 Impfungen zu den meist
verlangten Impfungen in den Impfstellen der MA 15.

Auch Reiseregionen mit aktuellen, lokalen Erkrankungsausbrüchen sind
bei der Reisevorbereitung zu berücksichtigen. So sind die Masern in
vielen Ländern Osteuropas und Teilen Südeuropas noch immer
verbreitet. Den Impfschutz können alle Personen bis zum 45.
Lebensjahr kostenlos im Rahmen der bundesweiten Aktion als
Nachholimpfung erhalten.

Fernreisen benötigen spezielle reisemedizinische Vorkehrungen

Abhängig vom Land und Reisetyp – ob Städtereise, reiner Badeurlaub
oder Rundreise – werden zusätzliche Impfungen wichtig. „Eine
individuelle Reiseberatung vor Antritt der Urlaubsreise ist daher
grundsätzlich zu empfehlen“, rät Malinowski. So zählen Typhus,
Tollwut, Meningokokken, Japanische Enzephalitis und Cholera zu jenen
Erkrankungen, die in Afrika, Asien und Südamerika vorkommen und gegen
die es eine Schutzimpfung gibt. Für einige Länder in Südost-Europa
(v.a. Russland und Balkanstaaten) ist auch eine Tollwutimpfung
wünschenswert.

Für die tropischen Reiseländer wie beispielsweise West- und
Zentralafrika und in Teilen Südamerikas ist eine Gelbfieberimpfung
notwendig und/oder vorgeschrieben. Bei Reisen in Malariaregionen ist
neben dem genauen Urlaubsaufenthalt und dem Reisetyp auch die
Jahreszeit für die Entscheidung zu einer Malariaprophylaxe wichtig.
Bei den betroffenen Regionen in Afrika, Süd- und Südostasien sowie
Mittel- und Südamerika ist unbedingt auf einen konsequenten
Mückenschutz zu achten. Neben Moskitonetzen und Repellentien
(insektenabweisende Mittel) sind leichte, langärmelige Kleidung aus
Baumwolle oder Leinen und lange Hosen vor allem in der Abenddämmerung
und in der Nacht wichtig. Zudem sollten die grundsätzlich angeratenen
Maßnahmen der Nahrungsmittelhygiene beachtet werden: Ungekochte
Speisen, offene Getränke, Leitungswasser, Eiswürfel und rohes,
aufgeschnittenes Obst oder Gemüse sind wenn möglich zu vermeiden. Zum
Trinken und Zähneputzen sollte nur desinfiziertes bzw. abgekochtes
oder Mineralwasser verwendet werden.

Reiseapotheke und Sonnenschutz ins Handgepäck
Zu den Reisevorbereitungen zählt auch eine gut sortierte
Reiseapotheke. Diese sollte beispielsweise neben Wundverband,
sterilen Kompressen, Desinfektionsmittel, Wundsalbe, Schere und
Pinzette auch Mittel gegen Durchfall und Elektrolytverlust sowie
gegen Übelkeit beinhalten. Schmerzmittel zur Fiebersenkung und eine
Salbe gegen Juckreiz bei Insektenstichen sind ebenfalls erforderlich.
Die bisher täglich eingenommenen Medikamente nicht vergessen! Sie
gehören, in der notwendigen Menge vorbereitet, ebenfalls als fixer
Bestandteil in die Reiseapotheke.

Der richtige Sonnenschutz zählt ebenso zu den grundlegenden
Vorkehrungen bei Urlaubsreisen. Bevorzugt werden sollten wasserfeste
Sonnenschutzmittel mit hohem Schutzfaktor. Für den notwendigen
Hitzeschutz gehören Sonnenbrille und eine Kopfbedeckung mit breiter
Krempe zur Beschattung von Nacken und Augen ebenfalls mit ins Gepäck.

Eine ausführliche, individuelle Reise- und Impfberatung ist direkt im
Impfservice und Reisemedizinische Beratung der Magistratsabteilung 15
(1030 Wien, Thomas-Klestil-Platz 8/2) möglich. Beratungszeiten sind
Montag bis Freitag von 8:00 bis 12:30 Uhr, telefonische
Erreichbarkeit werktags von 8:00 bis 15:30 Uhr unter der
Telefonnummer 01/4000-87621.
Weitere Informationen unter http://www.gesundheitsdienst.wien.at.

Reisemedizinische Beratungen und Impfungen bieten in Wien auch
spezielle Zentren bzw. Impfstellen im niedergelassenen Bereich
(www.bmg.gv.at/home/Schwerpunkte/Praevention/Impfen/) an.

OTS0042 2012-08-01 10:00 011000 Aug 12 NRK0009 0664

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